08.10.2008 | 18:31 | Kategorie braucht noch einen Titel!
"Der Grund für die Bankenkrise ist zerstörtes Vertrauen, sagt Wirtschaftspsychologe Matthias Sutter im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Trotzdem verfallen die Deutschen nicht in Panik – was an ihrem 'trägen Anlageverhalten' liege."
(spiegel.de)
08.10.2008 | 06:54 | Korrekturen und Ergänzungen
Die Quellenangaben mussten aus Platzgründen aus dem Buch hierher ausgelagert werden; hier sind sie jetzt aber endlich. Sollte was im Buch Erwähntes fehlen, bitte in den Kommentaren beschweren, ich sehe dann noch mal nach.
Erklärungsmodelle
Piers Steel (2007): "The Nature of Procrastination: A Meta-Analytic and Theoretical Review of Quintessential Self-Regulatory Failure". Psychological Bulletin, Bd. 133, Nr. 1, S. 65-94. PDF
Drew Fudenberg und David K. Levine (2006): "A Dual-Self Model of Impulse Control". American Economic Review, Band 96, Nr. 5, S. 1449-1476, PDF
Ted O'Donoghue und Matthew Rabin (1999): "Doing It Now or Later" American Economic Review, Band 89, Nr. 1, S. 103-124, PDF
Deadlines
Valentina Alfi, Giorgio Parisi, Luciano Pietronero (2007): "Conference registration: how people react to a deadline", Nature Physics 3, S. 746, kurze Zusammenfassung
Mark Burgess, Michael E. Enzle, Rodney Schmaltz (2004): "Defeating the Potentially Deleterious Effects of Externally Imposed Deadlines: Practitioner's Rules of Thumb.", Personality and Social Psychology Bulletin 30(7), S. 868-877
Dan Ariely, Klaus Wertenbroch (2002): "Procrastination, deadlines, and performance: Self-control by precommitment", Psychological Science 13(3), S. 219-224, PDF
Stephanie P. Pezzo, Mark V. Pezzo, Eric R. Stone (2006): "The social implications and planning: How public predictions bias future plans", Journal of Experimental Social Psychology 42, S. 221-227, PDF
Roger Buehler, Dale Griffin und Michael Ross (1994): "Exploring the 'Planning Fallacy': Why People Underestimate Their Task Completion Times", Journal of Personality and Social Psychology 67(3), S. 366-381, PDF
Sport, Diät, Gesundheit
Gary Taubes "Good Calories, Bad Calories" (Knopf Publishing Group 2007)
Stefano DellaVigna, Ulrike Malmendier: "Paying Not to Go to the Gym", American Economic Review, Juni 2006, Band 96, S. 694-719, PDF
Emre Ozdenoren, Stephen Salant, Dan Silverman: "Willpower and the Optimal Control of Visceral Urges", NBER working paper, Version Mai 2006.
David Cutler, Edward Glaeser: "What Explains Differences in Smoking, Drinking and Other Health-Related Behaviors?", Harvard Institute of Economic Research, Discussion Paper Number 2060, Februar 2005
Christian Weymayr / Klaus Koch: "Vom Segen des Nichtwissens". DIE ZEIT 18.6.2003, Nr. 26
Impulskontrolle
Roy F. Baumeister / Kathleen D. Vohs (2007): "Self-Regulation, Ego Depletion, and Motivation", Social and Personality Psychology Compass, PDF
Kathleen D. Vohs / T.F. Heatherton (2000): "Self-Regulatory Failure: A Resource-Depletion Approach", Psychological Science 11(3), S. 249-254
Roy F. Baumeister, Matthew Gailliot, Nathan DeWall, Megan Oaten (2006): "Self-Regulation and Personality: How Interventions
Increase Regulatory Success, and How Depletion
Moderates the Effects of Traits on Behavior", Journal of Personality 74(6),PDF
Roy F. Baumeister, Kathleen D. Vohs, Dianne M. Tice (2007): "The Strength Model of Self-Control", Current Directions in Psychological Science, 16(6)
Matthew T. Gailliot, Roy F. Baumeister et al. (2007): "Self-Control Relies on Glucose as a Limited Energy Source: Willpower Is More Than a Metaphor", Journal of Personality and Social Psychology 92(2), S. 325-336, PDF
Mark Muraven, Roy F. Baumeister: "Self-Regulation and Depletion of Limited Resources: Does Self-Control Resemble a Muscle?" Psychological Bulletin 126(2), S. 247-259, PDF
Zitierte Bücher (unvollständige Auswahl)
Timothy Ferriss: "The 4-Hour Workweek" / "Die 4-Stunden-Woche"
Robert Levine: "A Geography of Time: On Tempo, Culture, and the Pace of Life" / "Eine Landkarte der Zeit: Wie Kulturen mit Zeit umgehen"
Neil Fiore: "The Now Habit" / Übersetzung wahrscheinlich: "Warum nicht gleich?!"
Joseph R. Ferrari et al: "Procrastination and Task Avoidance: Theory, Research, and Treatment"
Henri C. Schouwenburg et al: "Counseling the Procrastinator in Academic Settings" (versehentlich doppelt gekauft, verschenke eines an Berliner Selbstabholer. Ist aber wenig hilfreich.)
07.10.2008 | 19:24 | Kategorie braucht noch einen Titel!
Wer hier gar nichts sieht, wird mit einem anderen Browser wahrscheinlich mehr Glück haben. Außerdem gibt es dank Moritz und Caspar Metz einen Audiostream.
06.10.2008 | 23:05 | Blog und Buch | Presse und Medien

Dann doch nicht im Buch benutztes Autorenportrait in Klagenfurt. Foto: Angela LeinenDas schöne an einem Buchthema Prokrastination ist, dass man immer sagen kann, haha, ja, nee, das musste auf den letzten Drücker, wär' doch sonst unglaubwürdig. Daher ist dieses hier nicht einmal 24 Stunden vor der Lesung auch die offizielle Einladung zur Premierenlesung unseres Buches "Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin".
Die Lesung findet am Dienstag, den 7. Oktober um 20.00 Uhr im Radialsystem in Berlin statt, das ist in der Holzmarktstrasse 33 in Mitte. Eintritt fünf Euro. Zu sehen gibt es eine Art Lesung mit Actionelementen und sich dem Sujet anekdotisch annähernden Erzählsequenzen, visuell unterstützt, multimedial präsentiert, schlecht vorbereitet.
Wir kehren damit interessanterweise an den Ort zurück, wo im August 2007 auf dem Holm-Friebe-Gedächtnis-Festival das Buch geboren wurde, in einem hektisch zusammengeklöppelten Vortrag von vier bis fünf Uhr morgens. Diesbezüglich für besondere Erheiterung wird unter Umständen ein spezielles Kapitel im Buch sorgen, es heisst "Vitamin R – Vom Koks des gesetzestreuen Bürgers" und handelt, man ahnt es bereits, von Ritalin.
Eine Gästeliste gibt es leider nicht, entsprechende Anfragen werden wir also zunächst freundlich, später dann brüsk abbügeln müssen. Wir freuen uns auf Euch, aber auch auf Eure Tage später eintreffenden Absagemails!
06.10.2008 | 19:08 | Berichte und Beispiele
Während der Arbeit am Buch sind mir drei Menschen begegnet, die keine Aufschiebeprobleme haben: der Berliner Autor Michael Rutschky, meine Patentante Elfi und der Berliner Galerist und Journalist Jacek Slaski (Galerie Zero). Alle drei gaben zu meiner Überraschung an, dieses zügige Erledigen der anstehenden Aufgaben koste sie keine große Überwindung, "man macht es halt einfach". Drei Personen sind eine sehr kleine Stichprobe, aber der Verdacht erhärtet sich, dass sich gut organisierte Menschen in Wirklichkeit nicht mehr, sondern weniger zusammenreißen müssen als Prokrastinierer. Nach der Buchvorstellung von Holm Friebes und Thomas Ramges "Marke Eigenbau" habe ich Jacek interviewt, hier ist Teil I:
JS: "Wenn ich einen Text in vierzehn Tagen abgeben muss, und den erst nach dreizehn Tagen schreibe, muss ich dreizehn Tage daran denken. Das belastet mich dann dreizehn Tage lang. Aber wenn ich diesen Text morgen schreibe, denke ich den Rest der Zeit nicht daran. Das Problem ist nur, dass ich mich dann natürlich schäme, diesen Text so früh geschrieben zu haben. Man kann den ja nicht vierzehn Tage vorher abgeben, dann denkt der Redakteur oder der Auftraggeber ja, man ist total verrückt. Also liegt dieser Text da, und ich muss wieder dreizehn Tage daran denken, dass ich ihn am Ende abschicke. Das ist alles sehr schwierig."
KP: "Fällt es dir schwer, dich zum Schreiben aufzuraffen?"
JS: "Nein, das fällt mir überhaupt nicht schwer. Ich glaube, das ist so ein preußisches Pflichtgefühl, das ich mir als integrierter Pole hier so angeeignet habe."
KP: "Das war also nicht schon immer so? Du hast dir das irgendwann aktiv angeeignet?"
JS: "Nein, ich glaube, das war schon immer so. Ich weiß nicht, in der Schule ist das ja immer schwer zu sagen, als Schüler hat man ja Deadlines in Form von Hausarbeiten oder Klausuren. Ich hab das aber nie gern auf den letzten Drücker gemacht, da wird man ja nervös. Ich brauche nicht diesen komischen Adrenalinkick, von dem immer alle reden. Natürlich schreibe ich auch mal einen Text auf den letzten Drücker – bei einer Tageszeitung ist das ja so, wenn du nachts ein Konzert siehst, und am nächsten Morgen musst du abgeben, dann hast du ja nur die paar Stunden. Aber auch dann schreibe ich direkt nach dem Konzert und nicht am nächsten Morgen zwischen zehn und zwölf."
Es gibt natürlich neben der Scham noch andere Gründe, fertige Arbeit nicht vor der Zeit abzugeben. Meiner Erfahrung nach bringt man damit die Auftraggeber nur auf dumme Ideen. Und Michael Rutschky ist der Meinung, Redakteure seien nicht glücklich, wenn man ihr Drängeln, ihren Trost und ihren Zuspruch nicht in Anspruch nehme. Aber dazu befrage ich eines Tages noch irgendwen, der damit mehr Erfahrung hat. Ein zweiter Teil des Jacek-Interviews folgt.
05.10.2008 | 17:09 | Blog und Buch | Presse und Medien
Angesichts mehrerer Blogbeiträge mit Kritik an vermuteten Buchinhalten (die ich jetzt nicht verlinke, so weit kommts noch), hier mal prophylaktisch ein bisschen Kritik-Hilfestellung für nächste Woche jetzt, wenn das Buch dann wirklich erscheint. Es gibt selbstverständlich an "Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin" ein zwei Kleinigkeiten zu kritisieren. Welche das meiner Meinung nach wären, behalte ich für mich, bis sie tatsächlich jemand findet; man soll den Kritikern ihre Arbeit ja auch nicht zu einfach machen. Blöd aber ist es, die folgenden Einwände vorzubringen:
Einwand:
Die Autoren wollten sich nur wichtig tun, hätten aber in Wirklichkeit keine Ahnung von Prokrastination, weil sie schließlich schon Bücher geschrieben und Dinge zustandegebracht hätten.
Einwand gegen den Einwand:
Im Buch steht ausführlich drin, dass professionell durchgeführte Prokrastination produktiv macht. Und die Errungenschaften der Autoren sehen im Rückspiegel größer aus, als sie in Wirklichkeit sind, weil schließlich meistens auch noch viele andere Menschen an den jeweiligen Projekten beteiligt waren.
Einwand:
Der echte, wahre Prokrastinator schaffe gar nichts; im Buch sei von irgendeiner Art Luxus- oder Scheinprokrastination die Rede.
Einwand gegen den Einwand:
Wenn jemand tatsächlich den ganzen Tag nur im Bett herumliegt und an die Decke starrt, statt sich wenigstens Ausweichtätigkeiten anstelle der eigentlich dringenden Arbeit hinzugeben, nennt man das nicht Prokrastination, sondern Depression. Und darüber gibt es schon ziemlich viele andere Bücher.
Einwand:
Ächz, die Berlin-Mitte-Bohème schreibt ein Buch über das Herumhängen in Cafés, ich – kann – es – nicht – mehr – sehen.
Einwand gegen den Einwand:
Im Buch wird gar nicht das Herumliegen, die Faulheit oder die Entschleunigung gepriesen. Bücher zum Lob des Nichtstuns gibt es nämlich auch schon einige, sehr empfehlenswert zum Beispiel "How to Be Idle" von Tom Hodgkinson (deutsch: "Anleitung zum Müßiggang").
Liste wird fortgesetzt.