17.10.2008 | 09:27 | Blog und Buch
Eine der schönsten, wenn nicht die schönste Passage im Buch hat natürlich Kathrin geschrieben – ich möchte generell mal anmerken, dass das gar nicht so leicht ist, mit ihr ein Buch zu schreiben und sie kommt dauernd mit superen Texten an und setzt einen damit schlimm unter Druck – und zwar handelt es sich um eine Art Intro. Meine Lieblingsstelle im Buch also. Die von Rowohlt zu einem kleinen Film verarbeitet wurde, siehe nebenstehend. Ich bemerke übrigens anhand dieses Clips, dass das Hör- und Lesebuch oder vielmehr der Lesefilm ein interessantes Medium sein könnte. Lesefilme mit parkerlewisesken Soundeffekten, aus diesem Holz sind doch die Instrumente geschnitzt, mit denen man die Jugend wieder ans Buch bindet!
09.10.2008 | 23:38 | Blog und Buch
Vorhin rief Matthias Matussek an und fragte, ob "Dinge geregelt kriegen" das richtige Buch zur falschen Zeit sei. Ich wusste erst nicht, was er meinte, aber er hatte mich auch aus dem Tiefschlaf gerissen. Es ging, wenn ich ihn richtig verstanden habe, um die Wirtschaftskrise und darum, dass die im Buch propagierte Faulheit nur in guten Zeiten funktioniere. Falls es außer Matussek noch jemand wissen will:
1. Wir singen gar nicht das Loblied der Faulheit. Siehe auch Kritik-Hilfestellung.
2. In schlechten Zeiten braucht man sogar noch weniger Selbstdisziplin als in guten. Wenn kein Geld auf dem Konto ist, fällt es auch Verpeilten relativ leicht, zügig Rechnungen zu schreiben oder womöglich endlich mal ihren Lohnsteuerjahresausgleich für die letzten Jahre in Gang zu bringen. Geldmangel ist ähnlich wie eine unverrückbare Deadline ein praktisches Motivationsinstrument. Wer von außen zu etwas genötigt wird, spart wertvolle Selbstaufraffungskräfte.
3. Aktionismus scheint der Wirtschaft auch nicht direkt zu helfen. (Im Buch steht übrigens explizit, dass man die Finger von seinen Geldanlagen lassen und nicht täglich drin herumrühren sollte. "10 Dinge, die man ohne schlechtes Gewissen unterlassen kann", Seite 110.)
Mir ist so, als gäbe es noch ein viertes Argument, aber das trage ich dann vielleicht nach.
06.10.2008 | 23:05 | Blog und Buch | Presse und Medien

Dann doch nicht im Buch benutztes Autorenportrait in Klagenfurt. Foto: Angela LeinenDas schöne an einem Buchthema Prokrastination ist, dass man immer sagen kann, haha, ja, nee, das musste auf den letzten Drücker, wär' doch sonst unglaubwürdig. Daher ist dieses hier nicht einmal 24 Stunden vor der Lesung auch die offizielle Einladung zur Premierenlesung unseres Buches "Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin".
Die Lesung findet am Dienstag, den 7. Oktober um 20.00 Uhr im Radialsystem in Berlin statt, das ist in der Holzmarktstrasse 33 in Mitte. Eintritt fünf Euro. Zu sehen gibt es eine Art Lesung mit Actionelementen und sich dem Sujet anekdotisch annähernden Erzählsequenzen, visuell unterstützt, multimedial präsentiert, schlecht vorbereitet.
Wir kehren damit interessanterweise an den Ort zurück, wo im August 2007 auf dem Holm-Friebe-Gedächtnis-Festival das Buch geboren wurde, in einem hektisch zusammengeklöppelten Vortrag von vier bis fünf Uhr morgens. Diesbezüglich für besondere Erheiterung wird unter Umständen ein spezielles Kapitel im Buch sorgen, es heisst "Vitamin R – Vom Koks des gesetzestreuen Bürgers" und handelt, man ahnt es bereits, von Ritalin.
Eine Gästeliste gibt es leider nicht, entsprechende Anfragen werden wir also zunächst freundlich, später dann brüsk abbügeln müssen. Wir freuen uns auf Euch, aber auch auf Eure Tage später eintreffenden Absagemails!
05.10.2008 | 17:09 | Blog und Buch | Presse und Medien
Angesichts mehrerer Blogbeiträge mit Kritik an vermuteten Buchinhalten (die ich jetzt nicht verlinke, so weit kommts noch), hier mal prophylaktisch ein bisschen Kritik-Hilfestellung für nächste Woche jetzt, wenn das Buch dann wirklich erscheint. Es gibt selbstverständlich an "Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin" ein zwei Kleinigkeiten zu kritisieren. Welche das meiner Meinung nach wären, behalte ich für mich, bis sie tatsächlich jemand findet; man soll den Kritikern ihre Arbeit ja auch nicht zu einfach machen. Blöd aber ist es, die folgenden Einwände vorzubringen:
Einwand:
Die Autoren wollten sich nur wichtig tun, hätten aber in Wirklichkeit keine Ahnung von Prokrastination, weil sie schließlich schon Bücher geschrieben und Dinge zustandegebracht hätten.
Einwand gegen den Einwand:
Im Buch steht ausführlich drin, dass professionell durchgeführte Prokrastination produktiv macht. Und die Errungenschaften der Autoren sehen im Rückspiegel größer aus, als sie in Wirklichkeit sind, weil schließlich meistens auch noch viele andere Menschen an den jeweiligen Projekten beteiligt waren.
Einwand:
Der echte, wahre Prokrastinator schaffe gar nichts; im Buch sei von irgendeiner Art Luxus- oder Scheinprokrastination die Rede.
Einwand gegen den Einwand:
Wenn jemand tatsächlich den ganzen Tag nur im Bett herumliegt und an die Decke starrt, statt sich wenigstens Ausweichtätigkeiten anstelle der eigentlich dringenden Arbeit hinzugeben, nennt man das nicht Prokrastination, sondern Depression. Und darüber gibt es schon ziemlich viele andere Bücher.
Einwand:
Ächz, die Berlin-Mitte-Bohème schreibt ein Buch über das Herumhängen in Cafés, ich – kann – es – nicht – mehr – sehen.
Einwand gegen den Einwand:
Im Buch wird gar nicht das Herumliegen, die Faulheit oder die Entschleunigung gepriesen. Bücher zum Lob des Nichtstuns gibt es nämlich auch schon einige, sehr empfehlenswert zum Beispiel "How to Be Idle" von Tom Hodgkinson (deutsch: "Anleitung zum Müßiggang").
Liste wird fortgesetzt.
29.09.2008 | 15:36 | Blog und Buch

Hurra! Dank der schnellen Arbeit von Siller Print Factory sind die herrlichen Werbegeschenke zum Buch jetzt schon eingetroffen (und nicht erst, wie ursprünglich angekündigt, wenige Sekunden vor Beginn der Buchvorstellung). Es handelt sich um von Martin Baaske gestaltete, formschöne und praktische Post-it-Blöcke für Prokrastinierer nach einer Idee von ZIA-Mitarbeiter Moritz Metz. Jeder Besucher der Kaffeefahrt Buchvorstellung am 7. Oktober im Radialsystem bekommt einen davon geschenkt. Die Auflage ist (siehe obere Abbildung) auf wenige Millionen Stück limitiert. Da das Geld für die Druckerei vom Sektausschenk-Etat abgeht, empfehlen wir zeitiges Erscheinen. Falls nach der Veranstaltung noch Post-it-Blöcke übrig sind, denken wir uns hier im Blog irgendwelche Verlosungs- oder Verschenkanlässe aus, teilnahmeberechtigt werden aber voraussichtlich nur Berliner Selbstabholer sein (Postwegbringschwäche).
25.09.2008 | 16:09 | Blog und Buch
Beim Schreiben haben uns ziemlich viele Menschen auf die eine oder andere Art geholfen, ich zitiere aus den Danksagungen im Buch:
Bettina Andrae, Jan Bölsche, Michael Brake, Chrissy Clayton, Don Dahlmann, Cedric Ebener, Claus Eschemann, Astrid Fischer, Eberhard Flutwas ser, Nadine Honig Freischlad, Holm Friebe, Nina von Gayl, René Gisler, Uwe Heldt, Falko Hennig, Wolfgang Herrndorf, Thomas Hölzl, Markus Honsig, Lukas Imhof, Johannes Jander, Volker Jahr, Markus Kempken, Bernd Klöckener, Robert Koall, Roland Krause, Angela Leinen, Kai Roger Lobo, Horacio Lobo & Fabiola, Wibke Lobo, Angelika Maisch, Moritz Metz, Annette Passig, Dieter Passig, Georg Passig, Gertrud Passig, Nathalie Passig, Natascha Podgornik, Jochen Reinecke, Stephanie Roßdeutscher, Tex Rubinowitz, Jochen Schmidt, Aleks Scholz, Axel Schneider, Kai Schreiber, Christoph Schulte-Richtering, Ulrike «Supatopcheckerbunny» Sterblich, Christoph Virchow, Malte Welding, Sabine Werthmann, Harriet Wolff, Klaus Cäsar Zehrer, das adnation-Team Johnny, Tanja und Max, das Café Liebling und alle, die dort arbeiten, Zentrale Intelligenz Agentur, Höfliche-Paparazzi-Forum, Riesenmaschine, Twitter und schließlich die lieben Menschen, die unseren verschiedenen Aufrufen im Netz gefolgt sind und uns mit Beispielen, Geschichten und Erfahrungen versorgt haben.
Alle diese netten Menschen sowie einige, die wir zu nennen vergessen haben, wurden mit dem Versprechen eines Belegexemplars geködert. Der Verlag wird voraussichtlich dazu zu überreden sein, diese Belegexemplare zu verschicken, wenn wir eine Adressliste bereitstellen (und für die Bücher bezahlen, so ist das nämlich). Die vollständige Abwicklung kann erfahrungsgemäß ein, zwei Jährchen dauern, aber wenn diejenigen, die sich auf dieser Liste entdecken und schon ahnen, dass wir ihre Postadresse gar nicht haben, uns diese Adresse mailen könnten, dann, nun ja, Weihnachten steht vor der Tür. Wir werden unser Bestes tun.